Über uns

Das seit über hundert Jahren bestehende Forschungsunternehmen der Rechtsquellenstiftung des Schweizerischen Juristenvereins bietet in der «Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen» (SSRQ) eine breite Palette von Quellen aus allen Sprachteilen der Schweiz. Die SSRQ ist eine weltweit einzigartige Publikationsreihe, in der Archivalien veröffentlicht werden, welche die schweizerische Rechts- und Regionalgeschichte vom Hochmittelalter bis zur Helvetik (1798) dokumentieren. Herausgeberin der Reihe ist seit dem Erscheinen des ersten Bandes im Jahre 1898 die Rechtsquellenkommission bzw. Rechtsquellenstiftung des Schweizerischen Juristenvereins.

Die Gliederung des Editionswerkes erfolgt seit Anbeginn nach Kantonen (Abteilungen) und hier wiederum nach Rechtskreisen wie Städten, alten Ämtern und Vogteien (Stadtrechte, Rechte der Landschaft). Bisher wurden weit über 100 Bände, Doppelbände oder Mehrfachbände herausgegeben, welche einen grossen Teil der Kantone betreffen.

Normative und nicht normative Quellen vom Mittelalter bis in die Neuzeit (1798) bilden ein breites Spektrum des öffentlichen und privaten Rechtslebens. Aus der grossen Masse an Quellen hat der jeweilige Bearbeitende eine signifikante Auswahl an Rechtsquellen zu treffen, die Auskunft geben über die Rechtsentwicklung und überdies ein Bild der Rechtswirklichkeit vermitteln.

Die möglichst vollständige Wiedergabe von Texten oft unbekannten Quellenmaterials dient nicht nur als Grundlage zur Beschäftigung mit der schweizerischen Rechtsgeschichte; die Quellen bieten einen direkten kulturhistorischen Einblick und nehmen stets auch Rücksicht auf Schnittstellen mit anderen Sparten der Wissenschaft. Die Bände sind eine unentbehrliche Grundlage für Rechts-, Wirtschafts-, Sozial-, Orts- und Regionalgeschichte, für Volkskunde, Kirchengeschichte und in hohem Masse auch für die Sprachforschung.

Die Rechtsquellenstiftung hat die Quellen als SSRQ-online vollständig retrodigitalisiert und mit Suchfunktionen besser erschlossen sowie die Grundlagen für die digitale Edition erarbeitet. Teile der fünf digitalen Zürcher Editionseinheiten sind seit 2015 als elektronische Volltexte, die mit TEI ausgezeichnet sind, und Faksimiles der Quellen im Zürcher Rechtsquellenportal verfügbar. Neben der Volltextsuche und der erweiterten Suche werden in Zukunft verbesserte Zugriffsfunktionen via Karten, Thesauri sowie Netzwerken Interessierten verschiedenster Fachrichtungen neue Analysemöglichkeiten eröffnen.

Die seit neustem digital erstellten und miteinander verlinkten Orts-, Personen- und Sachindices sowie das Glossar werden analog den klassischen Registern wertvolle Schlüsselinformationen (z. B. Lebensdaten, Verwandtschaftsbeziehungen, Ortsidentifikationen, Worterklärungen) enthalten, die durchsuchbar sind. Neue Zugangsmöglichkeiten durch die multilaterale Verknüpfung von historisch wichtigen Informationen mit weiterführenden externen Ressourcen im In- und Ausland werden geschaffen. Bis Ende 2020 wird die interdisziplinäre Kooperation mit dem Historischen Lexikon der Schweiz, den Diplomatischen Dokumenten der Schweiz, dem Idiotikon und ortsnamen.ch intensiviert, um histHub, eine gemeinsame mehrsprachige Forschungsinfrastruktur, zu entwickeln, die Laien und Forschenden frei zur Verfügung stehen wird. Insbesondere der Zugang zu Quellen und Publikationen via Thesauri ist gemeinsam mit der Schweizerischen Nationalbibliothek zu entwickeln, um Standards zur Erfassung von Personen, Orten und Sachbegriffen zu schaffen, auf denen auch andere Editionsunternehmen, die sich an der SSRQ orientieren, sowie andere historisch orientierte geisteswissenschaftliche Institutionen aufbauen können.

Das Forschungsvorhaben wird unterstützt vom Schweizerischen Nationalfonds und mitgetragen von zahlreichen privaten und öffentlichen Institutionen. Gegenwärtig erfolgen Recherchen in den Kantonen Freiburg, Graubünden, Luzern, Neuenburg, St. Gallen, Tessin, Thurgau, Wallis und Zürich.